Wasserfilter PAUL – Portable Aqua Unit for Lifesaving

Paul Station in Ghana
Eine PAUL-Station in Ghana steht direkt in der Mitte eines Dorfes auf einer Holzkonstruktion. Das Wasser wird täglich mit dem Traktor des Dorf-Chefs geholt. Die Menschen in den Dörfern sind sehr froh über ihre PAULs und halten sie in allen Ehren. | Water4Afrika
2012 - Wasserfilter PAUL als Nahaufnahme
2012 - Wasserfilter PAUL als Nahaufnahme

Als echter Sympathieträger unter den Lions-Activitys hat sich der mobile Wasserfilter PAUL (Portable Aqua Unit for Lifesaving) erwiesen, den Lions in enger Kooperation mit der Universität Kassel, verschiedenen Partnerorganisationen und privaten Initiativen zum Einsatz gebracht haben. Angefangen als Prototyp der universitären Abteilung Siedlungswasserwirtschaft wurden PAULs in vielen verschiedenen Ländern und unter unterschiedlichsten Bedingungen eingesetzt.

Der ursprünglich als tragbarer Wasserrucksack mit Filtermembran konstruierte PAUL kann 99% aller biologischen Verunreinigungen (Bakterien) entfernen. Mit den bisherigen Einsätzen der von Lions finanzierten PAUL können wir ein beeindruckendes Fazit ziehen: Seit 2010 wurden Spenden zur Anschaffung von über 950 PAULs gesammelt, die in 31 Ländern der Erde zum Einsatz gebracht wurden. Die höchsten Stückzahlen gingen zur Hilfe nach großen Naturkatastrophen etwa nach Haiti, auf die Philippinen, nach Nepal, auf den Balkan oder in die Karibik Damit wurde ein großer Anteil aller über die Universität Kassel und seinen Erfinder Prof. Dr. Franz-Bernd Frechen in die Welt gebrachten PAULs über Lions „vertrieben“.

In den letzten Jahren fanden sich für den Einsatz nach Katastrophenallerdings kaum noch Interessenten. Denn alle großen Hilfsorganisationen unterhalten inzwischen in verschiedenen Regionen der Welt eigene (Lager-)Standorte – von denen sie flexibler, schneller und gezielter helfen können. Nur noch selten starten Transporte aus Deutschland, bei denen ein PAUL mitgenommen werden kann. Neben der erheblich gestiegenen Transport- und Zollkosten verursachen auch die Schulung und der Einsatz mindestens einer Person, die sich zuverlässig um den sachgerechten Einsatz und die Wartung des Wasserfilters kümmert, zusätzlichen Aufwand.

Paul Station an einer Schule in Myanmar
In von Stiftunglife in Myanmar gebauten und unterhaltenen Schulen sind PAUL-Wasserfilter installiert und die LehrerInnen berichten von deutlich zurückgehenden Durchfallerkrankungen bei Kindern. | Stiftunglife
Junge in Myanmar mit ungefiltertem und gefiltertem Wasser
Meist wird gesammeltes Regenwasser oder Flusswasser mit den PAULs gefiltert - mit sichtbarem Effekt | Stiftunglife
Schulleitung und einige LehrerInnen übernehmen die regelmäßige Reinigung und Überprüfung der PAUL-Wasserfilter an den Schulen in Myanmar | Stiftunglife

Mit viel Erfahrung in die Zukunft

Aktuell filtern PAULs vor allem Wasser in fest installierten Stationen. Sie können überall dort längerfristig eine große Anzahl von Menschen mit größeren Mengen an gefiltertem Wasser versorgen, wo sie regelmäßig und fachgerecht gewartet werden und wenn schon ganzjährig zuverlässig und ausreichend Oberflächenwasser zur Verfügung steht. Dies wird in Tanks gesammelt und steht - nach dauernd laufender Filterung - in einem Reinwassertank zur Verfügung, wenn Menschen z. B. morgens und tagsüber einen höheren Wasserbedarf haben.

Weitere Informationen: So funktioniert PAUL

2017 - Paul Zeichnung
2017 - Paul Zeichnung
Paul Station in Indien
In Indien sind Pfarreien verantwortlich für die PAULS und einige Personen werden für die regelmäßige Reinigung und Wartung der PAULs geschult. | Hocke

Gute Einsatzbedingungen für PAUL

Die Universität Kassel hat dieser Nutzung mit der Entwicklung der PAUL-Station Rechnung getragen, eine Konstruktion, die nicht nur den reibungslosen Dauerbetrieb unter voller Ausnutzung der Kapazität zur Filterung von über 1000 Litern Wasser pro Tag gewährleistet, sondern auch die Wartung vereinfacht. Zusatzkomponenten wie Leitungen, ein Schwimmer, der das Überlaufen des PAULs verhindert sowie Ventile runden die PAUL-Station als kompakte Wasseranlage für ein kleines bis mittleres Dorf ab. PAUL-geeignetes Oberflächenwasser in „zumutbarer“ Entfernung (max. 15 Min. für einen Weg) ist in vielen Teilen unserer Welt leider nicht immer verfügbar. Zudem decken PAULs auch nur einen Teil der Arbeit im Bereich Wasser ab.

Kinder mit Wasser ist Leben Plakat
Nur WaSH (Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene) hilft umfassend - wie hier im WaSH Projekt 2021/2022 in Malawi | Habitat for Humanity

Ganzheitlicher Ansatz mit WaSH

Mit dem ganzheitlichen Ansatz WaSH – Wasser, Sanitär, Hygiene – geht es nicht nur um sauberes Trinkwasser. Sanitäre Anlagen und eine einfache Abwasserentsorgung dienen zum Beispiel dazu, vorhandene Wasservorkommen gar nicht erst zu verunreinigen. Hygieneschulungen bringen den Menschen vor Ort den Zusammenhang von verunreinigtem Trinkwasser und verschiedensten Folgekrankheiten näher. Seit 2020 geht es auch darum, wie mit weiteren Hygienemaßnahmen die Corona-Pandemie eingedämmt werden kann. Schlussendlich soll die Wasser- und Sanitärversorgung durch die lokale Regierung langfristig sichergestellt werden und nicht von Spenden aus Deutschland abhängig sein. Eines der Ziele in unseren größeren Projekten ist es daher, die lokal Verantwortlichen zu ermutigen, zu begleiten und zu befähigen, dies einzufordern. Alle Maßnahmen werden in enger Zusammenarbeit mit den lokalen und staatlichen Behörden umgesetzt, um die Verantwortung zukunftsweisend und nachhaltig auf eigene Füße zu stellen.

Das alles leisten zum Beispiel die jährlichen WaSH-Projekte des Govenorrates, zuletzt 2020/2021 in Indien und 2021/2022 in Malawi. Lions ermöglichen dadurch eine langfristige und nachhaltige Verbesserung der Gesundheit und der Lebensbedingungen für die Menschen vor Ort.

Was zählt ist das Ziel!

Das Ziel ist immer die Verbesserung des Zugangs zu sauberem Wasser und Hygiene für Menschen in Not- und Krisengebieten. Dazu können Lions auch weiterhin ganz wesentlich beitragen. Denn das unter den Lions gewachsene Bewusstsein über die Wichtigkeit der Ressource „Wasser“ sucht inzwischen seinesgleichen.

Passgenaue Hilfe – Tropfen für Tropfen!
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Spenden Sie unter dem Verwendungszweck „Wasser ist Leben“! So kann ihre Spende je nach Bedarf für Wasserfilter PAUL oder andere Maßnahmen der Lions-WaSH-Projekte verwendet werden.
Vielen Dank!

Spenden

Beispiele: PAUL im Einsatz ...

In Myanmar kooperieren die deutschen Lions mit der StiftungLife. In 50 der von Stiftunglife gebauten und unterhaltenen Schulen sind PAUL-Wasserfilter installiert und die LehrerInnen berichten von deutlich zurückgehenden Durchfallerkrankungen bei Kindern. Vor allem Kinder sind dafür anfällig, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Sind die SchülerInnen seltener krank, können sie auch regelmäßiger zur Schule gehen. In den Unterricht wird zusätzlich die Aufklärung über Hygiene und gesundheitsfördernde Verhaltensweisen einbezogen. Meist wird gesammeltes Regenwasser oder Flusswasser mit den PAULs gefiltert. Pro Schule profitieren so etwa 300 SchülerInnen und, wenn genügend Wasser vorhanden ist, auch Mütter von Kindergartenkindern, von dem gefilterten Wasser. Die Schulleiter und einige Lehrer übernehmen die regelmäßige Reinigung und Überprüfung der Wasserfilter. Einmal im Jahr schaut eine lokale Mitarbeiterin von StiftungLife an den Schulen vorbei und kontrolliert die PAULs.
Weitere 25 PAULs gingen an die Bagan Tour Guide Association. Je ein PAUL soll von einem Tourguide in sein Dorf und an die dortigen Schulen gebracht werden und in Form einer Patenschaft betreut werden.

Dieses PAUL-Projekt baut auf einer engen Kooperation der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck und ihrer indischen Partner-Diözese Karnataka auf. In einem ersten Schritt wurden 2019 im German Hospital in Gaddag und an einer neu gebauten Grundschule in Dharwad je ein PAUL-Station eingerichtet. Derzeit werden in vier weiteren Dörfern PAUL-Stationen aufgebaut, die das verfügbare und in Reservoirs gespeicherte Flusswasser filtern. Die Pfarreien sind verantwortlich für die PAULS und einige Personen werden für die regelmäßige Reinigung und Wartung der PAULs geschult. Sie erklären den Nutzern auch, dass Wasser eben nur mit sauberen Händen Wasser gezapft wird und auch gefiltertes Wasser wieder verkeimen kann, wenn es in unsaubere Behälter gefüllt wird oder zu lange steht. Längerfristig plant der Projektinitiator PDG Rheinhold Hocke (KWaSH 111MN) auch den Aufbau von Sanitäranlagen und breiter angelegte Hygieneschulungen für die Bevölkerung.

Water4Afrika arbeitet seit 2016 mit der Stiftung der Deutschen Lions zusammen und bringt PAULS in entlegene Dörfer in Ghana. Zuletzt wurden 2019 sechs PAULs nach Ghana transportiert. Die größte Schwierigkeit war auch hier die langwierige Prozedur bei der Verzollung. Angekommen im Norden Ghanas wurden die PAULs in abgelegenen, kleineren Dörfern installiert. Das Wasser für diese Dörfer wird während der Regenzeit mit Erdwällen aufgestaut und von Menschen und Tieren gleichermaßen genutzt, daher die hohe Verschlammung. Ein Paul wurde zum Beispiel in der Nähe des Staudamms installiert, hier wird das Wasser von den Frauen von mit Eimern geschöpft und in den PAUL gegossen. Eine PAUL-Station steht direkt in der Mitte eines anderen Dorfes auf einer Holzkonstruktion. Hier muss allerdings das Wasser täglich mit dem Traktor des Dorf-Chefs geholt werden. Die Menschen in den Dörfern sind sehr froh über ihre PAULs und halten sie in allen Ehren. Das wird regelmäßig von Hr. Byam, einem Mitarbeiter der Partnerorganisation Water4Afrika, kontrolliert. Er hat auch die PAUL-Verantwortlichen in den Dörfern ausgebildet, die die PAULs regelmäßig reinigen.

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