Ein Jahr danach – Noch lange keine Normalität im Ahrtal

Die tragischen Ereignisse im Ahrtal liegen nun ein Jahr zurück und noch immer sind die Folgen deutlich sichtbar. Mit unglaublich viel Eigeneinsatz und Spendenbereitschaft hatten Lions damals geholfen. Den Menschen aus über 800 Haushalten wurde mit Soforthilfen schnell und unbürokratisch geholfen, 21 gemeinnützige Organisationen erhielten Unterstützung. Alle Anträge auf Soforthilfe, die die Stiftung bis zum Antragsstopp erreichten, konnten inzwischen geprüft, bearbeitet und ausgezahlt werden.

Langfristiger Wiederaufbau mit Lions-Hilfe
Doch viele Gemeinden stehen noch immer vor großen Herausforderungen: Die Innenstädte sind leer, Gastronomie und Hotels haben noch geschlossen, Gemeindezentren, Vereinsheime und Plätze müssen wieder aufgebaut werden. Umso erfreulicher, dass die Lions Clubs International Foundation (LCIF) der Stiftung einen „Major Catastrophe Grant“ (Großkatastrophen-Zuschuss) in Höhe von 60.000 USD für Projekte des Lions Clubs Bad Honnef und des Lions Clubs Hagen-Asteria ausgezahlt hat.

Diese Luftaufnahme am Tag nach der Flut zeigen das gewaltige Ausmaß der Überschwemmungen | Adobe Stock
Ein tolles Dankeschön an die Lions von einer Grundschule im Ahrtal, denen die Lions aus Cochem einen Tagesausflug zu einem Freizeitpark ermöglichten, damit die Schulkinder, die seit einem Jahr dezentral unterrichtet werden, einmal zusammen mit ihrer ganzen Schule einen erlebnisreichen Tag gemeinsam verbringen konnten. | Regenbogenschule Sinzig

Zwei Projekte mit großem Gemeinschaftswert unterstützt

Der Lions Clubs Hagen-Asteria unterstützt seit dem ersten Tag nach der Flut tatkräftig das Haus der Kinder des Kinderschutzbundes in Hagen. Die Mitglieder haben Schutt geräumt, Zimmer von hartnäckigem Schlamm gereinigt, Sachspenden sortiert, eingelagert und nach Bedarf verteilt. Auch eigene Spenden in Höhe von 65.000 Euro für den Wiederaufbau des Begegnungshauses konnte der Club selbst sammeln und übergeben, 2.500 Euro Soforthilfe über die Stiftung wurden beantragt und vom Komitee genehmigt. Das Haus muss kernsaniert werden: direkt an der Volme, einem Nebenfluss der Ruhr gelegen, wurde es bis ins Erdgeschoss komplett überflutet, Wasser aus der Kanalisation und den Toiletten verunreinigte das gesamte Gebäude. Durch den Zuschuss von LCIF kann die Elektrik sowie der Fahrstuhl erneuert werden, um wieder eine barrierefreie Anlaufstelle zu bieten. Denn das langfristige Ziel ist die Wiederaufnahme der Betreuung von Familien und Kindern aus prekären Lebenssituationen, die besonders in dieser schweren Zeit Unterstützung benötigen.

Auch der Lions Clubs Bad Honnef hat sich nach der Katastrophe engagiert, selbst Spenden gesammelt und für betroffene Familien in der Region Soforthilfen beantragt. Nun soll noch das Dorfgemeinschaftshaus in Walporzheim saniert werden, das Treffpunkt für viele örtliche Vereine war, als Seniorentreff diente und für Feste genutzt wurde. Durch Wasser und Schlamm wurde vor einem Jahr das gesamte Mobiliar, die Trainingsgeräte und die Musikanlage zerstört. Nach der baulichen Sanierung durch die Stadt können nun mit dem Zuschuss von LCIF in Absprache mit den Vereinen die wichtigsten Teile der Inneneinrichtung wiederbeschafft werden. Damit haben die für das Zusammenleben und auch für das Verarbeiten der verschiedenen Einzelschicksale wichtigen Vereine wieder einen Ort, an dem man sich trifft, sich austauscht und gemeinsam weitermacht.

Diese Projekte erhielten die Zusage von LCIF vor allem wegen ihres Wertes für die Gemeinschaft und damit ihrer wichtigen sozialen Funktion für die Menschen in den betroffenen Gemeinden. Danke an alle Beteiligten für Ihren Einsatz!

Lions-Fluthilfe 2021

Am 14. Juli 2021 trafen schwere Unwetter auf Deutschland. Aus Regen wurde Starkregen und die Wassermassen haben besonders in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu einer Katastrophe geführt. Mehr als 180 Menschen verloren ihr Leben, viele Menschen wurden vermisst.

Spendenstand Lions-Fluthilfe, finaler Stand | LC Arnsberg-Sundern

Die Auswirkungen sind verheerend, Lions helfen!

Die staatliche Not- und Katastrophenhilfe lief schnell an. Viel Geld muss in die Reparatur der zerstörten Infrastruktur fließen. Um aber vor allem die betroffenen Menschen in ihrer persönlichen Notlage nicht allein zu lassen, haben Lions schnell gehandelt.

Am 16. Juli  richtete die Stiftung der Deutschen Lions einen Hilfsfonds für die Unwetterkatastrophe ein, aus dem gezielt und unmittelbar Hilfen zur Verfügung gestellt werden sollten und stellte sofort 10.000 Euro bereit. Am selben Tag ging der Spendenaufruf an die über 52.000 deutschen Lions. Der Governorratsvorsitzende bildete ein Fluthilfekomitee, das mit fachlicher Beratung und der Erfahrung der Stiftung über eingehende und vorab geprüfte Anträge entschied. Die Gelder wurden nach Bewilligung über die Stiftung ausgezahlt. Das Verfahren hatte sich schon 2013 beim Elbe-Hochwasser und bei der Anschaffung und Verteilung der Corona-Schutzmasken bewährt.

Schnelle und unbürokratische Hilfe nach bewährtem Verfahren

Lions sowie Freunde und Förderer reagierten auf den Spendenaufruf mit großer Solidarität und Entschlossenheit. Schon am ersten Tag kamen innerhalb weniger Stunden fast 30.000 Euro zusammen. 10 Tage nach dem Aufruf überschritt das Spendenbarometer die eine Million-Euro-Marke, innerhalb von wenigen Wochen summierten sich die Spendeneingänge für den Fluthilfefonds auf über 2,7 Millionen Euro.  

Im mehr als 820 Fällen konnte damit betroffenen Einzelpersonen, Familien und gemeinnützigen Einrichtungen geholfen werden. Die Hilfe für die Betroffenen erfolgte schnell und unbürokratisch. Innerhalb weniger Tage veröffentlichte die Stiftung die gesetzeskonformen Vergabe-Richtlinien und das Antragsformular. Der erste Hilfsantrag wurde am 22.07.2021 gestellt und bereits einen Tag später bewilligt und ausbezahlt.

Lions Clubs vor Ort leisten unbezahlbare Hilfe

Die Lions-Hilfe ist bei den Betroffenen angekommen. Die Summe der Auszahlungen hat inzwischen den Lions-Fluthilfefonds geleert. Wichtigster „Außenposten der Hilfe“ und entscheidend für die schnelle Hilfe sind und waren die Lions Clubs vor Ort. Sie sorgten dafür, dass die Spendengelder zielgerichtet ankommen und bringen Helfende und Betroffene über ihr großes und bundesweites Netzwerk zusammen.

Der Wiederaufbau wird noch lange dauern und die benötigten Gelder übersteigen etliche Milliarden. Auch im Hinblick auf das regelmäßige Engagement der Lions für die selbstgewählten Schwerpunktthemen Augenlicht, Nachhaltigkeit und Jugend, hat der Governorrat der deutschen Lions sich gegen weitere Spendenaufrufe entschieden. Selbstverständlich werden alle Spenden, die noch für die Fluthilfe eingehen, genauso wie die bisherigen, verlässlich und zielgerichtet ankommen, Viele Lions Clubs sind außerdem weiterhin vor Ort aktiv und helfen tatkräftig und mit eigenen Spendensammlungen.

Antragsstopp am 03.09.2021

Die Lions-Fluthilfe unterstützte vor allem Menschen, die sich wegen des Hochwassers im Juli 2021 in einer extremen Notlage befinden. Derzeit ist der Fluthilfefonds geleert  und die bereits vorliegenden Anträge überschreiten in Summe die noch verfügbaren Gelder. Die Restgelder aus dem Fluthilfefonds werden unter modifizierten Bedingungen vergeben.

Danke an alle Spenderinnen und Spender!

Uns erreichten viele Mails und Telefonate mit dem Dank der Begünstigten und auch die Lions vor Ort berichteten über große Freude und das Gefühl von Hoffnung, in einer scheinbar aussichtslosen Situation, das sie den Betroffenen neben der praktischen Hilfe vermitteln konnten. Dieser Dank gebührt vor allem all denen, die so großzügig gespendet haben. Danke für Ihre Solidarität!

Presse-Info/Textbausteine zur Lions-Fluthilfe 2021

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