2021 Uganda - Artikel

2021 - Lichtblicke für Kinder in Uganda

Geschafft! Neun Tage vor dem Stichtag haben Lions das Spendenziel erreicht.

Am 10.11.2021 erreichte der Spendenstand neun Tage vor dem Stichtag die 500.000 Euro Marke. Und das früher als in sämtlichen Vorjahren seit 2011. Zunächst schien der Spendenstand hinter den Zahlen vom Vorjahr zurückzubleiben, doch in einer beeindruckenden Aufholjagd wurde innerhalb weniger Tage der Rückstand aufgeholt. Fest steht: Es ist beeindruckend und dem Engagement jedes Einzelnen und jeder Einzelnen zu verdanken, dass auch für das elfte große Lichtblicke-Projekt zur Rettung von Augenlicht die halbe Million Euro-Marke erreicht wurde.

Der Governorratsvorsitzende der deutschen Lions, Detlef Dietrich hat am Donnerstag den 18.11.2021 mit dem Scheck über eine halbe Million Euro die Fortsetzung der Lions-Erfolgsgeschichte live im RTL-Spendenmarathon-Studio präsentiert.

Vielen Dank allen Spenderinnen und Spendern und allen die sich für Lichtblicke engagiert haben!

Nach dem Auftritt von Detlef Dietrich am 18.11.2021 | RTL
Das elfte Jahr in Folge reiste der Lions-Scheck für Lichtblicke ins RTL-Spendenmarathon Studio - ein toller Erfolg! | SDL

Das Video zum Auftritt am 18.11.2021 - Lions vor der Kamera

Alle Infos zum Projekt:

Die Republik Uganda ist ein vergleichsweise kleiner Binnenstaat im Osten des afrikanischen Kontinentes, mit einer Fläche vergleichbar der, der alten Bundesländer. Im Osten grenzt Uganda an den Viktoria-See. In Uganda leben rund 43,2 Millionen Menschen, davon über 80 Prozent als Subsistenzbauern im ländlichen Raum. 

Der finale Spendenstand für Lichtblicke: 686.436 Euro | 22.11.2021

Gesundheitssituation in Uganda

Zur Erreichung der globalen Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (SDGs) hat Uganda noch einen weiten Weg vor sich. Im Bereich Gesundheit sind zwar bereits Fortschritte, wie die Reduzierung der Kindersterblichkeit oder die Erhöhung der Lebenserwartung, erreicht worden, dennoch sind noch vielfältige Interventionen sowohl staatlicher als auch nichtstaatlicher Akteure erforderlich. Das Gesundheitssystem steht vor vielen Herausforderungen: Die HIV-Infektionsrate beträgt bei den 15- bis 49-Jährigen 5,7 Prozent. Die durchschnittliche Lebenserwartung wird 2020 auf 66 (m)/68,2 (w) Jahre geschätzt. Die Kindersterblichkeit lag 2020 geschätzt bei 36,6 von 1000 Lebendgeburten. Es gibt nur 0,08 Ärzte/1000 Einwohner. Nur 56 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Trinkwasser, weniger als die Hälfte zu Sanitäreinrichtungen. Ende Juli 2012 geriet das Land wegen der Ausbreitung einer Ebola-Epidemie im Distrikt Kibale in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Die COVID-19-Pandemie erreichte Uganda am 21. März. 2020.

Zu wenig Augenärzte

In ganz Uganda stehen nur sechs ausgebildete pädiatrische Augenärzt*innen zur Verfügung. Zudem ist die Versorgungsqualität oft durch begrenzte und technisch veraltete medizinische Geräte, den akuten Mangel an qualifiziertem Augenpersonal und mangelnde Versorgung beeinträchtigt. Kinder, die mit einer Sehbehinderung geboren werden, benötigen besonders dringend augenmedizinische Versorgung, um sich normal entwickeln zu können. Nur die rechtzeitige Diagnose und Behandlung ermöglicht ihnen den Weg zu Schulbildung und einer selbstständigen Zukunft.

2021 Uganda - Florence und ihre Familie
2021 Uganda - Florence und ihre Familie | SDL
2021 Uganda - Ibra und ein Freund lächeln
2021 Uganda - Ibra und ein Freund lächeln in die Kamera | SDL
2021 Uganda - Florence im Arm ihres Vaters
2021 Uganda - Florence im Arm ihres Vaters | SDL

Hier wollen wir helfen!

Das „Lichtblicke“-Projekt in Uganda besteht aus zwei Komponenten und soll an einem Standort im Osten des Landes, im Grenzstädtchen Tororo (zu Kenia) durchgeführt werden. Bereits 2004 – 2008 haben wir Lions die damals schon dort bestehende Augenklinik erweitert. Diese Klinik ist nun aber bereits schon wieder völlig überlastet. Ziel ist deshalb, hier nochmals zu helfen und eine umfassende augenmedizinische Versorgung für die gesamte östliche und nordöstliche Region Ugandas zu schaffen. Zukünftig sollen an oder ausgehend von der Benediktiner-Augenklinik in Tororo, alle großen und vor allem auch die kleinen Patient*innen umfassende Hilfe finden. Fachlich begleitet und umgesetzt werden die Projektmaßnahmen in vertrauensvoller und bewährter Kooperation mit der Christoffel-Blindenmission (CBM), die alle Lions-Augenlicht Projekte begleitet.  

Folgende Maßnahmen werden für „Lichtblicke“ 2021 gemeinsam mit der Stiftung RTL umgesetzt:

  • Bau einer Kinderaugenklinik mit Ambulanz, Operationssaal und Krankenstation in Tororo
  • Ausstattung der Klinik mit pädiatrischen augenmedizinischen Geräten und Verbrauchsmaterialien
  • Identifizierung von Kindern mit Sehbehinderung durch Schuluntersuchungen und Outreaches (Außeneinsätze medizinischen Personals)
  • Ausbildung des Gesundheitspersonals in pädiatrischer Augenheilkunde
  • Einführung von Retinoblastom- und Frühgeborenen-Retinopathie-Diensten

Darüber hinaus geht es in den vom BMZ-geförderten Maßnahmen vor allem um die Stärkung der Kapazitäten vor Ort. Hierfür sind diese Bausteine geplant:

  • Etablierung eines leistungsfähigen Erfassungs- und Überweisungssystems
  • Einführung von Outreaches inklusive der Beschaffung eines Projektfahrzeugs
  • Qualifizierungen und spezialisierte Weiterbildungen des medizinischen und paramedizinischen Gesundheitspersonals
  • Ausstattung mit spezialisierten Geräten und medizinischen Verbrauchsmaterialien für ambulante und stationäre Dienste
     

Projekt kann nach erfolgreicher Finanzierung in 2022 starten

Das Projekt startet nach der Finanzierungsphase voraussichtlich Anfang 2022.  Damit werden Lions in einem weiteren Land die augenmedizinische Versorgung speziell für Kinder nachhaltig verbessern.

 

 

Asset-Herausgeber

Lichtblicke Uganda 2021_Update 2026

Lichtblicke für Kinder in Uganda – Update 2026

Die neue Kinderaugenklinik am Benedictine Eye Hospital in Tororo, Uganda.
Die neue Kinderaugenklinik am Benedictine Eye Hospital in Tororo, Uganda. | Silke Grunow / Stiftung der Deutschen Lions

Ein Projekt, das bereits heute wirkt

Erinnern Sie sich an das kleine Mädchen Florence aus Uganda, welches wir im Rahmen der Dreharbeiten 2021 zu Hause besuchten? Das verschüchterte kleine Mädchen mit bilateralem Grauen Star, dass sich in ihrer Umgebung gar nicht mehr zurechtgefunden hat? Heute ist Florence ein aufgewecktes Mädchen, dass lachend durch den Tag geht und die Schule besucht. Diese Veränderung haben eine kurze Operation und die Unterstützung der Lions möglich gemacht. 

Dass die Klinik in Tororo heute täglich Kindern neues Augenlicht schenkt, ist das Ergebnis von Engagement, Partnerschaft und der Bereitschaft, Verantwortung auch dort zu übernehmen, wo es anspruchsvoll wird. Denn der Weg bis zur Inbetriebnahme war mit technischen Herausforderungen verbunden, die im Projektverlauf zusätzliche Anpassungen erforderlich machten. Die Hanglage des Baugrundstücks machte umfassende Gelände- und Fundamentarbeiten notwendig, erhöhte Anforderungen an die Erdbebensicherheit verlangten nach statischen Anpassungen. Die Länge des Gebäudes erforderte zusätzliche Dehnungsfugen und Stützsäulen, um langfristige Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten.

In enger Abstimmung mit lokalen Fachkräften und Partnern wurden die notwendigen Anpassungen sorgfältig umgesetzt. Das Ergebnis ist eine Klinik, die heute zuverlässig arbeitet. Nur wenige kleinere Restarbeiten im Außenbereich stehen noch aus, die den laufenden Betrieb nicht beeinträchtigen. Die medizinische Versorgung funktioniert, die Infrastruktur wird genutzt, und das Projekt erfüllt genau den Zweck, für den es geplant wurde.

Die Inneneinrichtung ist auf Kinderaugen abgestimmt.
Die Inneneinrichtung der Klinik ist ganz auf Kinderaugen abgestimmt. | Silke Grunow / Stiftung der Deutschen Lions

Transparenz und Vertrauen als Grundlage

Im Mittelpunkt unserer jüngsten Projektbetreuungsreise stand daher nicht mehr die Umsetzung einzelner Maßnahmen, sondern eine umfassende Betrachtung des Gesamtprojekts. Gemeinsam mit dem lokalen Partner, dem Benedictine Eye Hospital, konnten wir vor Ort überprüfen, wie sich die geplanten Maßnahmen in der Praxis bewährt haben und wie sich die ursprünglich geplanten Ziele im Klinikalltag widerspiegeln. Dabei zeigte sich, dass Ausstattung, Abläufe und personelle Strukturen dem genehmigten Projektplan entsprechen und sinnvoll an die lokalen Rahmenbedingungen angepasst wurden.

Ein wesentlicher Bestandteil der Reise war der transparente Einblick in die Projektverwaltung. Anhand konkreter Beispiele – etwa bei der Beschaffung von Ausstattung oder der Dokumentation von Personaleinsätzen – konnten wir nachvollziehen, wie finanzielle Mittel eingesetzt und Prozesse dokumentiert wurden. Ausschreibungen, Belege und andere Verwaltungsdokumente lagen vollständig vor und wurden offen erläutert.
Auch organisatorische Themen wie Inventarführung, Personalunterlagen oder Betriebsprotokolle haben wir gemeinsam betrachtet. Es wurde deutlich, dass die Projektbetreuung nicht als Kontrolle „von außen“, sondern als gemeinsamer Qualitätssicherungsprozess verstanden wird. 
Besonders hervorzuheben ist die kontinuierliche Präsenz der Krankenhausleitung während aller Programmpunkte. Die Leitung begleitete die Gespräche aktiv und nutzte den Austausch, um Erfahrungen zu teilen und offene Fragen zu klären. Mehrfach wurde dabei die große Wertschätzung gegenüber den Lions zum Ausdruck gebracht. Die Unterstützung durch die Lions Clubs, so die einhellige Aussage, habe die Umsetzung dieses Projekts erst ermöglicht.

Neben der inhaltlichen Rückschau wurden auch die letzten formalen Schritte abgestimmt. Zeitliche Abläufe für Abschlussberichte, letzte administrative Anforderungen sowie die finale finanzielle Abwicklung wurden gemeinsam festgelegt. Damit ist der Weg zu einem sauberen und transparenten Projektabschluss klar definiert. 

HIER finden Sie weitere Informationen und Berichte zum Projekt.
 

Auch die Kleinsten finden Hilfe.
Auch die Kleinsten finden Hilfe. | Silke Grunow / Stiftung der Deutschen Lions